Influencer Marketing Rechtlich Gestalten

Influencer Marketing Rechtlich Gestalten

Influencer Marketing ist aus der Glücksspiel- und Casinoindustrie nicht mehr wegzudenken. Doch während die Reichweite dieser Kampagnen beeindruckend ist, lauern hinter den Kulissen erhebliche rechtliche Fallstricke. Wir zeigen dir, wie du Influencer-Kampagnen rechtssicher umsetzt und dabei alle relevanten Gesetze einhältst. Ob Werbekennzeichnung, Datenschutz oder Compliance – mit unserem Guide navigierst du sicher durch den Dschungel der Regulierungen.

Rechtliche Grundlagen und Compliance

Die rechtliche Gestaltung von Influencer Marketing beginnt mit dem Verständnis der grundlegenden Compliance-Anforderungen. In der EU und speziell in Ländern wie Deutschland und Spanien unterliegt die Casinoindustrie strengeren Regelungen als viele andere Branchen.

Wir müssen uns bewusst machen, dass jede Kooperation mit Influencern potentiell Auswirkungen auf mehrere Rechtsbereiche hat:

  • Werberechtliche Regelungen – Irreführung und unlautere Geschäftspraktiken vermeiden
  • Spielrecht und Glücksspiellizenzen – Nur mit gültig lizenzierten Anbietern arbeiten
  • Landesspezifische Gesetze – Unterschiedliche Anforderungen in Deutschland, Spanien und anderen Märkten
  • Markenrecht – Keine unautorisierten Markendarstellungen durch Influencer

Zu Beginn jeder Kampagne empfehlen wir, eine rechtliche Risikoanalyse durchzuführen. Dies schließt die Überprüfung aller notwendigen Genehmigungen und Lizenzen des Partners ein. Nicht jeder Influencer, der über Casinos spricht, hat auch das Recht dazu – besonders in regulierten Märkten wie Spanien und Deutschland ist Vorsicht geboten.

Ein solides Compliance-Programm ist nicht nur eine defensive Maßnahme. Es schafft auch Vertrauen bei deinen Partnern und bei den Zuschauern, die verstehen, dass du dich verantwortungsvoll verhältst.

Werbekennzeichnung und Transparenz

Die transparente Kennzeichnung von Werbung ist nicht optional – sie ist rechtlich vorgeschrieben. Das Telemediengesetz (TMG) in Deutschland und entsprechende spanische Regelungen verlangen klar erkennbare Werbekennzeichnungen.

Hier ist, was wir in der Praxis beobachten und empfehlen:

Sichtbare und Verständliche Kennzeichnung:

  • «#Werbung» oder «#ad» muss prominent platziert sein
  • «Gesponsert von…» oder «In Zusammenarbeit mit» sind akzeptable Varianten
  • Die Kennzeichnung sollte VOR dem Inhalt erfolgen, nicht versteckt am Ende
  • Subtile Hinweise wie kleine Hashtags im Text reichen nicht aus

Wir empfehlen, folgende Best Practices zu implementieren:

  1. Schriftliche Vereinbarung mit jedem Influencer über die exakte Kennzeichnung
  2. Vorabgenehmigung von Content durch dein Compliance-Team
  3. Regelmäßige Audits bereits veröffentlichter Inhalte
  4. Klare Anweisungen zur Kennzeichnung in deinen Influencer-Guidelines

Wer bei Casinoinhalten arbeitet – wie zum Beispiel beim spinsy casino spielen – sollte besonders rigoros vorgehen. Die Spielaufsichtsbehörden in Spanien und Deutschland prüfen diese Inhalte zunehmend intensiver. Mangelhafte Kennzeichnung kann zu Bußgeldern führen.

Transparenz ist auch ein Vertrauenszeichen gegenüber dem Publikum. Nutzer schätzen es, wenn sie sofort wissen, dass es sich um Werbung handelt. Das reduziert auch Reklamationen und Glaubwürdigkeitsverluste.

Datenschutz und DSGVO

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt, wie persönliche Daten in jeder Form der Zusammenarbeit behandelt werden müssen.

In Influencer-Kampagnen entstehen schnell Datenschutzrisiken:

Datenschutz-ElementRisikoMaßnahme
Nutzerdaten von Influencer-FollowernUnbefugtes Sammeln und VerarbeitenNur Daten verarbeiten, die für die Kampagne notwendig sind
Influencer-Persönliche DatenSpeicherung ohne RechtsgrundlageVertrag muss Datenschutzklauseln enthalten
Affiliate-Links und TrackingCookies und Tracking-CodesDatenschutzerklärung aktualisieren: Cookie-Consent erforderlich
Videos und Fotos mit dritten PersonenRecht am Bild verletztEinwilligungserklärungen einholen

Wir müssen sicherstellen, dass unsere Verträge mit Influencern eine Datenverarbeitungsvereinbarung (DPA) enthalten. Dies ist nicht optional – die DSGVO verlangt es. Der Influencer muss als Auftragsverarbeiter oder zumindest als Partner definiert sein, der ebenfalls Datenschutzpflichten hat.

Auch das Tracking von Nutzer-Conversions über Influencer-Links muss dokumentiert und korrekt implementiert sein. Viele Kampagnen nutzen Affiliate-Links, ohne dass die entsprechende Datenschutzerklärung aktualisiert wurde. Das ist ein klassischer Compliance-Fehler.

Bei Casinokampagnen kommt erschwerend hinzu, dass einige dieser Nutzer-Daten als besonders sensibel gelten können (Spielverhalten, finanzielle Aktivitäten). Hier ist erhöhte Vorsicht geboten.

Vertragsgestaltung mit Influencern

Ein solider Vertrag ist die Grundlage jeder erfolgreichen Influencer-Kampagne. Ohne klare vertragliche Absprachen entstehen Missverständnisse, die teuer werden können.

Was muss in jeden Influencer-Vertrag gehören:

  • Leistungsbeschreibung – genau definieren, was der Influencer liefert
  • Zeitrahmen und Veröffentlichungsdatum – wann muss der Content live gehen?
  • Vergütung und Zahlungsbedingungen – Klare Festlegung, um Streitigkeiten zu vermeiden
  • Werbekennzeichnung – explizite Anforderungen zur Kennzeichnung
  • Datenverarbeitung und DSGVO-Klauseln – Wer darf welche Daten nutzen?
  • Geistiges Eigentum – Wer besitzt die Rechte am erstellten Content?
  • Garantien und Haftung – Verlagert Haftungsrisiken korrekt
  • Beendigungsklauseln – Wie kann der Vertrag gekündigt werden?

Wir empfehlen auch, eine Klausel einzubauen, die es dir ermöglicht, Content zu überprüfen, bevor er veröffentlicht wird. Dies ist in der Casinoindustrie besonders wichtig, wo regulatorische Anforderungen strict sind.

Ein weiterer kritischer Punkt: Stelle sicher, dass der Influencer garantiert, dass er alle notwendigen Genehmigungen und Lizenzen hat. Wenn ein Influencer falsche Angaben macht und später herauskommt, dass er nicht arbeitsrechtlich berechtigt ist, Werbung zu schalten, könntest du haften.

Verträge sollten zudem Vertragsstrafen für Verstöße gegen die Werbekennzeichnung enthalten. Dies schafft einen Anreiz, regelkonform zu arbeiten.

Haftungsrisiken Minimieren

Influencer sind zwar unabhängige Akteure, doch unter bestimmten Bedingungen können sie dich und dein Unternehmen in juristische Probleme verwickeln.

Hier sind die Haupthaftungsrisiken und wie wir sie minimieren:

Falsche oder Irreführende Aussagen durch den Influencer:

Wenn der Influencer übertriebene Gewinnversprechen macht oder das Casinospiel verharmlost, könntest du als Auftraggeber der Werbung mitverantwortlich sein. Lösung: Strikte Content-Guidelines und Vorabgenehmigung.

Verstoß gegen Jugendschutz:

Werbung für Casinos darf Minderjährige nicht ansprechen. Wenn ein Influencer seine Kampagne an ein junges Publikum richtet, ist das problematisch. Hier hilft eine klare Vereinbarung und ein Audit der Influencer-Follower-Demographie.

Verstoß gegen Glücksspielgesetze des jeweiligen Landes:

In Spanien und Deutschland gelten unterschiedliche Lizenzbedingungen. Stelle sicher, dass du nur mit lizenzierten Casino-Anbietern zusammenarbeitest und der Influencer diese auch korrekt darstellt.

Markenrecht und Urheberrecht:

Verwende nur Content, zu dem du Rechte hast. Viele Influencer nutzen Musik, Grafiken oder andere Werke, ohne die erforderlichen Lizenzen zu haben. Das kann dich kostspieliges Land.

Zum Schutz empfehlen wir:

  1. Versicherung: Eine Haftpflichtversicherung, die Influencer-Marketing abdeckt, ist wertvoll
  2. Doku: Alle Genehmigungen, Verträge und Approval-Prozesse dokumentieren
  3. Monitoring: Regelmäßig den veröffentlichten Content überprüfen
  4. Exit-Strategie: Wissen, wie du schnell reagieren kannst, wenn etwas schiefgeht

Branchenspezifische Regelungen

Die Casinoindustrie unterliegt speziellen Regelungen, die über die generelle Werbepolitik hinausgehen.

In Deutschland regelt die Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) die Werbung für Casinos und Sportwetten. Wichtige Punkte:

  • Werbung ist nur für erlaubte Angebote zulässig
  • Es gibt Blackout-Zeiten – Werbung zur Primetime ist begrenzt
  • Gewinngarantien oder Verlustgarantien sind verboten
  • Verantwortungsvolle Spielweise muss kommuniziert werden

In Spanien gilt die Ley del Juego mit ähnlich strengen Anforderungen. Zusätzlich muss die spanische Glücksspielkommission (Dirección General de Ordenación del Juego) informiert werden.

Was wir in der Praxis beachten müssen:

  • Nur mit verifizierten, lizenzierten Casinos arbeiten
  • «Verantwortungsvolles Spielen»-Hinweise deutlich platzieren
  • Keine Zielgruppe unter 18 Jahren
  • Keine gezielten Angebote für Personen mit Spielsuchtproblemen
  • Influencer-Inhalte sollten nicht suggerieren, dass Spielen ein Einkommensvehikel ist

Darüber hinaus gibt es brancheneigene Standards und Best-Practice-Richtlinien von Glücksspielverbänden. Viele seriöse Casinos sind Mitglied in Verbänden, die zusätzliche Compliance-Standards setzen. Es lohnt sich, diese zu recherchieren.

Wer mit Casinos arbeitet, tut gut daran, sich regelmäßig über Änderungen in den Glücksspielgesetzen zu informieren. Diese Regulierungen ändern sich häufiger als andere Gesetze, und Compliance-Fehler können schnell teuer werden.

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